Neujahresempfang der Stadt Bad Oldesloe am 11. Jan. 2026
Großer Andrang beim Neujahrsempfang der Stadt Bad Oldesloe
Bad Oldesloe. Zum traditionellen Neujahrsempfang hatte Bürgermeister Jörg Lembke am 11. Januar 2026 die Bürgerinnen und Bürger der Kreisstadt eingeladen – und viele folgten der Einladung. Mehr als 250 Gäste füllten das Kultur- und Bildungszentrum (KUB) bis auf den letzten Platz. Zusätzliche Stühle mussten herbeigeschafft werden, und dennoch fanden einige Zuhörer nur noch Stehplätze.
Unter den Gästen befanden sich zahlreiche Ehrenamtliche, Vertreterinnen und Vertreter städtischer Institutionen sowie viele Kommunalpolitiker – auch unsere Wählergemeinschaft FBO war gut vertreten. Der Empfang bot reichlich Gelegenheit zu Begegnung, Austausch und Diskussion über das städtische Leben.
Ehrung für langjähriges Engagement
Ein besonderer Moment war die Übergabe des „Silbernen Schlüssels der Stadt“ an Thomas Proß, den langjährigen Werkführer der Freiwilligen Feuerwehr Bad Oldesloe. Mit dieser Auszeichnung würdigte die Stadt sein jahrzehntelanges ehrenamtliches Engagement für die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger.
Klartext in der Neujahrsansprache
Zuvor hatte Bürgermeister Lembke eine eindringliche Rede gehalten, in der er die großen Herausforderungen und zentralen Themen der Stadtentwicklung ansprach. Dabei sparte er nicht mit deutlichen Worten – ein Vorgehen, das bei einigen Zuhörerinnen und Zuhörern unterschiedlich aufgenommen wurde. Aus meiner Erinnerung gebe ich ein paar Punkte wieder.
1. Weltlage und Katastrophenschutz
Die unsichere Weltlage, so Lembke, habe auch Auswirkungen auf die Kommune. Bad Oldesloe investiere derzeit erheblich in den Katastrophenschutz und die Ausstattung der Feuerwehr. Neue Gebäude und moderne Technik würden angeschafft, zudem sollen die kürzlich abgeschafften Sirenen flächendeckend wieder installiert werden. Künftig werden daher auch in der Stadt Probealarme zu hören sein. Diese Investitionen seien zwar notwendig, belasteten den Haushalt jedoch stark.
2. Defizitärer Haushalt erfordert gemeinsame Verantwortung
Deutlich sprach der Bürgermeister die angespannte Haushaltslage an: Das Defizit sei hoch, und Einsparungen ließen sich nicht vermeiden. Lembke kritisierte, dass bei heiklen Entscheidungsprozessen häufig nur diejenigen Bürgerinnen und Bürger die Stadtverordnetenversammlung besuchten, die eigene partikulare Interessen verfolgten – und sich nach der Abstimmung zu „ihrem“ Thema wieder zurückzögen. Die Stadtverordneten bleiben dann mit den restlichen 20 Tagesordnungspunkten zurück und müssen sich allein dem Defizit stellen. „Nur gemeinsam können wir die finanziellen Herausforderungen unserer Stadt bewältigen“, betonte er.
3. Verwaltung und Bürger in beiderseitiger Verantwortung
Auch innerhalb der Stadtverwaltung, räumte der Bürgermeister ein, laufe nicht alles reibungslos. Fehler müssten erkannt und abgestellt werden. So sprach er offen die Unzufriedenheit mit der Reinigungsqualität an den Schulen an. Hier müsse sich etwas ändern – doch auch die Schülerinnen und Schüler seien gefordert, Schulgebäude und Toiletten pfleglicher zu behandeln.
4. Investitionen in Stadtentwicklung und Infrastruktur
Trotz aller Herausforderungen will die Stadt weiter investieren. Für das zweite Halbjahr ist die Sanierung des Marktplatzes vorgesehen. Auch das Gelände rund um die alte Volkshochschule und den Kirchberg soll instandgesetzt werden, um Platz für neuen Wohnungsbau zu schaffen. Weitere Projekte seien knapp vor der Fertigstellung: die Schwimmhalle, die Neugestaltung des Wolkenwehe Wegs, der neue Kreisel sowie die umfassende Sanierung der Stormarnhalle.
Die Verzögerungen in der Stormarnhalle erklärte Lembke mit den zahlreichen Auflagen des Denkmalschutzes: Wenn Brandschutz und Denkmalschutz gegensätzliche Forderungen stellten – etwa beim Erhalt der Holzdecke –, könne sich ein Projekt erheblich in die Länge ziehen.
"Die Stadtverwaltung kann wenig tun, wenn der Denkmalschutz die Wiederherstellung der alten Toiletten mit Kettenzug verlangt, oder das Schwimmbecken um 2 cm verlängert werden muss", so der Bürgermeister.
Resonanz der Zuhörer
Die Rede des Bürgermeisters wurde von vielen Gästen als aufrüttelnd und ehrlich empfunden. Während einige sich eine versöhnlichere Tonlage gewünscht hätten, lobten andere – darunter Vertreter der FBO – die klare und offene Ansprache.
Für mich persönlich war diese Rede ein wichtiger Weckruf. Sie hat die Herausforderungen unserer Stadt deutlich benannt und gezeigt, dass engagiertes Mitwirken aller nötig ist.
Wir als Wählergemeinschaft werden uns den benannten Aufgaben stellen. Wir wollen Bad Oldesloe gemeinsam weiter voranbringen. Machen auch Sie mit – es gibt viel zu erklären, viel zu entscheiden und viel zu gestalten.
Hinrich Stange
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