Konzertchen Moz’Art, am Samstag, in der Peter-Paul-Kirche – mal nichts Politisches
Ein Konzert am Samstag 11 Uhr, Moz'Art
Es war wieder Samstag 11 Uhr, und die Peter Paul Kirche öffnete die Türen für ein besonderes „Konzertchen“ mit Mozarts Klängen. Vier Tasteninstrumente eroberten den Raum, doch hinter dem glänzenden Klang stand vorher ein Verständnis für Technik. Nach Henning Münther war es etwas „figelinsch“ die Stimmung der Tasteninstrumente aufeinander abzustimmen. Die große Kirchenorgel und die kleinere Truhenorgel haben je nach Wetterlage eine bestimmte, Hertz-Frequenz. Das Klavier hat eine andere und die elektrischen Keyboards kann man auf einen bestimmten Hertzwert einstellen.
Das Ergebnis war phänomenal: Eine zarte Mischung aus Klangfarben, die den Sakralraum in einen Saal voller Mozart-Atmosphäre verwandelte. Es wurde deutlich, dass Mozart ein Rock-Star seiner Zeit war.
Auf der Bühne standen die Kirchenmusiker Henning Münther, Marcus Rau, Hans-Friedrich Schulz und Michael Kriener. Sie gaben ihr Bestes, um Mozart-Musik auf dem Flügel, zwei elektronischen Keyboards und auf der Truhenorgel zum Klingen zu bringen. Jeder hat Mozart-Musik sicher schon zu Hause im Radio auf CD oder im Stream gehört. Aber eine persönliche Interpretation dieser Musik ist immer wieder ein musikalisches Erlebnis. Eine Interpretation, die unmittelbar ins Ohr und ins Herz ging.
Marcus Rau beschreibt seine musikalischen Improvisationen als Dialog mit dem Augenblick – und mit den Tönen, die Mozart hinterlassen hat. Wer genau lauschte, konnte zeitweise eine Spur Fernsehmusik aus der Serie Bonanza heraushören – eine Melodie, die viele Zuhörer aus ihrer Jugend wohl wiedererkennen konnten.
Zum Abschluss bespielte Henning Münther die große Kirchenorgel mit Mozarts Tönen und Marcus Rau und Hans-Friedrich Schulz begleiteten auf den elektronischen Keyboards. Die Besucher spürten deutlich, wie Klänge Kunst und Gemeinschaft zusammenspielten.
Zum Schluss konnte das Publikum sein eigenes musikalisches Empfinden bei einem Lied zum Ausdruck bringen. „Wir pflügen und wir streuen“ sangen viele laut oder leise mit. Routinierte Zuhörer holten sich den Text per Handy und sangen umso sicherer mit.
Der Applaus war überwältigend, und die Musiker ahnten sofort, dass eine Zugabe gewünscht war. Doch das „Konzertchen“ sollte ja nur eine halbe Stunde dauern. Henning Münther nahm es mit einem Lächeln entgegen und sagte dazu: „Danke für den Applaus, ich sehe, dass Sie eine Zugabe wollen, aber wir haben nichts vorbereitet – wenn Sie mehr wollen, dann kommen Sie zum nächsten Gottesdienst, da haut Marcus Rau für Sie noch mal in die Tasten“.
Ein begeisterter Zuhörer,
die Kommunalpolitik kann warten und beginnt ja erst wieder am 3. November.
Hinrich Stange
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