Ladesäuleninfrastruktur – Realpolitik im Bürgerinteresse.
Ladesäuleninfrastruktur – Realpolitik im Bürgerinteresse.
Artikel im Markt vom 30. Mai 2026
Das Thema Ladesäuleninfrastruktur hat in der Stadtpolitik mehrere Runden durch Ausschüsse und Gremien gedreht, mit dem Ergebnis, dass das Thema in die Zukunft verschoben wurde. Auch in der Presse war dazu schon mehrfach etwas zu lesen.
Wie sieht denn aktuell das Thema E-Mobilität bezogen auf den Automobilbereich aus?
4% des Pkw-Bestandes in Deutschland sind E-Autos, davon im privaten Sektor ca. 2,8 %.
Die Politik versucht, mit massiven Subventionierungen – übrigens unser Geld, lieber Steuerzahler – den Erwerb von E-Autos attraktiver zu machen. Zuschüsse bis zu 6.000 € + Steuervorteile. Der Zuschusstopf ist auf 3 Milliarden begrenzt. Ob das die gewünschte Wirkung erzielt… Fragezeichen. Mäh- und Saugroboter sind übrigens von der Regelung ausgeschlossen.
Wo werden denn diese - in der Herstellung ökologisch zumindest kritisch zu betrachtenden - Wunderwerke des technischen Fortschritts nun geladen? Statistisch gesehen werden bis zu 80 % der Fahrzeuge zu Hause an einer Wallbox geladen, ein weiterer signifikanter Anteil am Arbeitsplatz. Weil ein großer Teil der E-Autos aufgrund der europäischen CO2-Flottenregulierung Dienstwagen sind – mehrheitlich für das Management.
Bleibt noch ein vergleichsweise geringer Anteil für das Laden im öffentlichen Bereich z.B. an Tankstellen. Jeden Morgen und jeden Abend (Werktage) gehe ich an der HEM-Tankstelle in der Hamburger Straße vorbei, die über zwei Ladesäulen verfügt. Vorsichtig ausgedrückt, hält sich die Nachfrage in Grenzen.
Ein Argument der Befürworter der Ladesäuleninfrastruktur war, dass auch in Mehrfamilienhäusern Lademöglichkeiten geschaffen werden sollen. Das regelt bereits für den Neubau/bzw. bei Generalsanierungen das Gebäude-Elektromobilitäts-Infrastruktur-Gesetz (GEIG) – wer denkt sich solche Namen aus – Inkrafttretung 2021.
Warten wir es also bitte mal ab, ob irgendwann ein signifikanter Bedarf an öffentlichen Ladesäulen entsteht, für den es lohnt, die personell schmalen Ressourcen der Verwaltung einzusetzen.
Unabhängig davon steht es jedem Privatinvestor frei, der Verwaltung/der Politik ein Konzept zu präsentieren. Da es bisher nicht geschehen ist, ist es offensichtlich wirtschaftlich uninteressant.
Seien mir zum Abschluss noch ein paar Worte zum Artikel der SPD vom 09.05. gestattet. Der Autor war in der besagten Ausschusssitzung gar nicht anwesend. Möglicherweise hat es beim Austausch mit den anwesenden Genossen Defizite in der Übermittlung der Diskussionsinhalte gegeben. Die abgedruckten Zitate wurden so nicht geäußert. Beispiel: Wir sind nicht von erneuerbaren Energien aus China abhängig, sondern von der Lieferung entsprechender Produkte. z.B. kamen 88% der PV – Importe im Jahr 2025 aus China.
Michael Vogelgesang
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